Hat die Weltethos-Idee durch die tragischen Ereignisse vom 11. September 2001 neue Aktualität bekommen?
Durch die Tragödie in den USA ist vielen die Dringlichkeit des Projekts Weltethos überhaupt erst aufgegangen: Kein Frieden unter den Nationen ohne Frieden unter den Religionen, und kein Frieden unter den Religionen ohne Dialog zwischen den Religionen.
 
Wenn dieser Dialog nicht stattfindet oder abgebrochen wird, so ist die Alternative die Gewalt: Wenn nicht miteinander geredet wird, so wird aufeinander geschossen. Nicht nur im Islam, auch im Judentum und Christentum, ja auch in den östlichen Religionen besteht die Gefahr, dass Religion zu politischen Zwecken instrumentalisiert wird. Dann entsteht ein hochexplosives Gemisch aus Religion und Politik. Fanatisierte Religion wird zu einer Gefahr für den Weltfrieden.
 
Immerhin ist das Interesse am interreligiösen Dialog und an Weltethos auch in den Kreisen gestiegen, die diesbezüglich vorher zurückhaltend waren.
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