Lexikon
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Der Semit

Der Begriff »semitisch« dient in der Wissenschaft heute zur Bezeichnung einer Gruppe von eng miteinander verwandten Sprachen (→semitische Sprachen), von denen Hebräisch und Arabisch die bedeutendsten überlebenden Vertreter sind.

Wenngleich sich gemeinsame Wurzeln feststellen lassen, gibt es keine Grundlage für das Konzept einer einheitlichen semitischen rassischen oder ethnischen Identität, die der Sprachgruppe entspricht.

Der Begriff leitet sich aus den genealogischen Tabellen im biblischen Buch Genesis 9–11 ab (zusammengefasst in 1, Bücher der Chronik 1), denen zufolge die drei Söhne Noahs, Sem, Ham und Japhet, nach der Sintflut die Stammesväter aller Völker der Welt werden.
Es heißt, Abraham sei ein »Sohn Sems«; seine beiden Söhne Isaak and Ismael gelten als Stammesväter der Juden bzw. Araber.

Der moderne Begriff »semitisch« wurde durch August Ludwig von Schlötzer gegen Ende des 18. Jahrhunderts geprägt und durch Johann Gottfried Eichhorn aufgegriffen, um die eng mit dem Hebräischen und Arabischen verwandten Sprachen zu bezeichnen.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde dem Begriff durch Autoren wie Arthur de Gobineau, Ernest Renan und Heinrich von Treitschke eine abwertende, rassistische Konnotation verliehen, indem sie eine vermeintlich minderwertige oder entartete semitische Rasse und Kultur in Gegensatz zur überlegenen und auf naturgegebene Weise dominanten arischen Rasse und Kultur setzten.

In diesem rassistischen Sinne wurde der Begriff zu einem Synonym für »jüdisch«, so dass der Begriff »Antisemitismus« Vorurteile oder offenen Hass gegenüber Juden und allen jüdischen Dingen bezeichnet.

Antisemitismus in diesem Sinne war in Europa und Amerika im ausgehenden 19. und frühen 20. Jahrhundert weit verbreitet und fand seinen tragischen Höhepunkt im Massenmord an über 6 Millionen Juden durch die Nationalsozialisten und der nahezu kompletten Vernichtung der jüdischen Religion und Kultur in Mitteleuropa.

Mit der Schaffung des jüdischen Staates Israel im Jahre 1948 wurde es notwendig, zwischen der Kritik an Israel und generellen antijüdischen Vorurteilen zu unterscheiden.

 

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